Sakrament der Buße – Ein Zeugnis

7. Mai 2020 Aus Von Wandereremitin

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Dass das Bußsakrament mit Nichten nur ein weiteres Machtinstrument der Kirche ist, um die Gläubigen für ihre institutionellen Zwecke zu instrumentalisieren, belegt mir wieder einmal mehr die Profess einer „Dienerin Gottes“. Denn gottesfürchtig vollzogen – in dem Sinne, ich gehe zum Vater und nicht zu einem Priester/bzw. Menschen in den Beichtstuhl –, erfüllt es exakt, wofür wir – die Pönitenten –, es gebrauchen: Reinigung! Und somit Heilung, bzw. und/oder Erlösung!

 

Im September 2019 sandte mich der Herr für ein halbes Jahr an die Klosterpforte eines kontemplativen Schwesternkonventes. Hier den Klausurschwestern bei notwendigen Verrichtungen an Pforte, Haus und Garten behilflich zu sein. Ein genialer Dienst für mich, da er mir die tägliche Messe und das Chorgebet ermöglichte. Und obendrein noch die Möglichkeit, wann immer ich Bedarf hatte, eine Beichte abzulegen. Allesamt kostbare Geschenke, die heute eben nicht mehr selbstverständlich in so manchen Bistümern gespendet sind. 

 

Bei einer dieser Beichtgelegenheiten trug mir am Ende der Priester als Bußwerk auf, bei Gott „um Nachwuchs für den Konvent“ zu beten. Was mich unverhofft schmerzlich traf. Denn war ich doch so gar nicht geneigt, dieses Werk zu tun. Denn dieser Schwesternkonvent hatte schon seit Jahren keinen Nachwuchs mehr und das – wenigstens aus meiner Sicht –, auch aus triftigem Grund. Hingegen die Bußaufgabe nicht zu erfüllen, hieße eine ungültige Beichte – sprich, keine Heilung für das Thema zu erfahren, an welchem ich da eben krankte. Hin- und hergerissen erfuhr ich mich da, zwischen der Abneigung, um Arbeiter für diese Gemeinschaft zu bitten und dem Begehren nach Genesung meiner Seelennot, die so gar nichts mit der Aufgabe des Beichtvaters gemein hatte. Bis in die Nachtstunden dauerte mein Ringen an. Letztlich aber siegte die Sehnsucht, Heilung zu erfahren. Auf Knien bat ich somit den Vater. Indes vollkommen nüchtern: „Vater, es fällt mir schwer, eigentlich kann ich diese Bitte nicht reinen Herzens vor Dich bringen, aber sie ist Bußauftrag aus geweihtem Priestermund, also erfülle ich sie rein aus dem Gehorsam heraus …“ Und noch nie zuvor in meinem Christenleben (18 Jahre jetzt), habe ich mich im Anschluss an ein Gebet nach der Beichte so elend erfahren. So verlegte ich mich schnell auf das Vergessen dieser.

 

Drei Tage später derweil, trat wegen des Themas dennoch Spontanheilung ein, und brachte mir damit just auch wieder jene Bitte von dem „Nachwuchs für den Konvent“ ins Gedächtnis. So schloss ich Frieden mit dieser Bitte: „Okay Herr, ich danke dir von Herzen! Und wenn Du willst, dann sende halt Nachwuchs in diesen Konvent, denn was weiß ich schon, was dein Wille ist. Und nur das einzig und allein will ich doch: Das allzeit, allein Dein Wille geschieht!“ 

 

Ein halbes Jahr später. Noch immer hatte sich kein Nachwuchs für die Schwestern eingestellt. Was mich nunmehr arg beunruhigte. Denn es heißt in der Schrift, Jak 5,16: „… viel vermag die Bitte eines Gerechten in ihrer Wirkung.“ Wenn also demgemäß mein Gebet nicht erhört wurde, dann bezeugte diese Tatsache mir jetzt, dass ich noch immer nicht gerecht genug vor Gott, meinem Vater, stand. Ja, noch immer nicht ausreichend allein auf Ihn, dem allzeit Liebenden, in allen Belangen meines Lebens ausgerichtet war. Sprich, wohl irgendetwas noch für mich behielt, statt es Ihm, „… als Schemel unter seine Füße“ zu legen (Vgl. Ps 110,1).

 

Und gerade will ich mich auf die Suche begeben, nach dem Fehlenden. Da erreicht mich erstaunt die Kunde von dem Antrag einer Schwester im Glauben, mit der Bitte, Profess als „Dienerin Gottes“ ablegen zu dürfen. Großes Staunen in mir: „Nachwuchs, Herr, bleibt also dein Wille. Indes nicht für den Konvent, sondern für uns! Darauf wäre ich selber nie gekommen … Hab tausend Dank, für dieses große Geschenk!“

 

Kurzum: Das Sakrament der Buße ist und bleibt – wo es reinen Herzens gläubig, sprich liebend ausschließlich auf den ewigen Vater hin vollzogen wird –, wirksamstes Heilmittel auf Erden. Denn wer sich in dieser Gesinnung (der Erhebung der „ehernen Schlange“ in der Wüste durch Mose, vgl. 4. Mos 21,4-9) jenem sakramentalen

 

„… Zeichen zuwendet,

wird ja nicht um des Geschauten willen gerettet, 

sondern durch den Verdienst Gottes,

der der Retter aller ist.“

(Vgl. Weis. Salomo 16,7)

 

Fazit: Und hätte auch tausendmal allein der Erwerbstrieb dieses Sakrament erfunden, um – wie manche Zungen behaupten –, die Gläubigen zu bespitzeln, so ist es im liebenden Aufblick, sprich Vertrauen, des Pönitenten auf den „Vater im Himmel“ hin, dass sicherste Agens nunmehr direkt in die Freiheit aus jeglicher Abhängigkeit oder Krankheit zu gelangen. Vorausgesetzt, dass hier im Gehorsam letztlich auch getan wird, was der geweihte Stellvertreter (Priester/Beichtvater) im Anschluss an die Beichte zu tun aufträgt. Der himmlische Vater jedenfalls, ist jedem Gerechten stets gerecht, auf immer und ewig.

 

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