„Wer jetzt noch leugnet, dass Corona eine Gefahr ist …“

28. August 2020 Aus Von Wandereremitin

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„Zunächst mal müssen wir uns darauf einstellen, dass die zweite Welle da ist. Wer jetzt noch leugnet, dass Corona eine Gefahr ist, hat wirklich nichts verstanden“ (Zitat: Ministerpräsident Markus Söder, Focus online, 25.08.2020).

 

Ernsthaft jetzt? Unter uns Christen, Herr Ministerpräsident Söder, auf ein Wort: „Wir müssen“ uns darauf einstellen? Und wer leugnet, „hat wirklich nichts verstanden?“ Wow!

 

Nun, ich zähle mich zu jenen, „die wirklich nichts verstehen“, das gebe ich gerne zu. Warum? Zunächst, da ich als Christin ohnehin Gottes Willen und/oder Verfügungen annehme, wie er ist oder sie sind, ohne etwas hinzuzufügen oder abzulehnen. Dann aber ebenso, weil Zahlen und schlagkräftige Worte allein, mir noch lange keinen ernstzunehmenden Beweis für eine real existierende Gefahr darstellen. Zumal hervorgebracht von einem System, das ausschließlich profitorientiert agiert. Und nicht zuletzt, da ich bis dato ebenfalls nicht einen einzigen Menschen persönlich kenne oder kennengelernt habe, der an Corona erkrankt ist oder war, geschweige denn, dass mir zu Ohren kam, dass einer aus meinem Umfeld daran gestorben wäre.

 

Aber wenn nun schon von „zweiter Welle“ und Leugnern „die wirklich nichts verstehen“ die Rede ist, frage ich Sie, Herr Ministerpräsident: Wer hat denn entschieden – für das bayrische Volk –, dass es in Massen wieder reisen darf, in alle Herren Länder? Und im Gegenzug, aller Herren Länder Volk, einmal mehr ins bayerische Land einreisen darf, und somit eine zweite „Anstiegswelle“ unumgänglich erscheint?
Mit Verlaub, es waren nicht die „Leugner“!

 

Ebenso zeichnen mitnichten „Leugner“ für die „Corona-Test-Pannen“ an Flughäfen, Autobahnen usw. verantwortlich.
Und mit Sicherheit sind es ebenfalls nicht jene, die etwa verhindern könnten, dass in Zeiten von vermeintlich höchster Gefahr an Leib und Leben: „Die zweite Corona Welle ist da“ (Quelle: nt-v online, 24.08.2020, Interview mit Markus Söder), Bierlokale (wie z.B. „Bräustüberl Tegernsee“, 25.08.2020) ihren von einer lebensbedrohlichen Pandemie gefährdeten Gästen verantwortungslos „freie Platzwahl“ belassen, ohne Mindestabstand zwischen den hauseigenen Tischen, ebenso bar jedweder Masken unter den Besuchern.

 

Nein, da denke ich doch, bei aller Achtung, Herr Ministerpräsident Markus Söder: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“
(Vgl. Joh 8,7)

 

Sehen Sie, aus erster Hand weiß ich um eine Dame, die ungelernt inzwischen drei Monate in einem Altenpflegeheim in direktem Körperkontakt mit der sogenannten „Risikogruppe Senioren“ – ab sechzig aufwärts – arbeitet, und von der, kaum zu fassen, aber war: kein Corona-Test bei ihrer Einstellung verlangt wurde! Zudem, bis jetzt nicht – drei Monate später! Und mehr noch: Selbst eine fehlende ärztliche Untersuchung, nicht vorhandener Hepatitistest noch Impfung dagegen oder dergleichen mehr, hinderten dieses Pflegeheim daran, die Dame dennoch unmittelbar an die immens schutzbedürftigen Körper ihrer hochbetagten Heimbewohner (Pflegestufe 3-5), mit teilweise offenen Wunden, arbeiten zu lassen.

 

Wer demnach, Herr Ministerpräsident, versteht hier nichts: Sie oder die „Leugner“, die Ihrer Meinung nach „wirklich nichts verstehen“, sich aber dennoch – bei allem berechtigten Zweifel an Billigkeit und Nutzen Ihrer derzeitigen Winkelzüge, vor Gottes Angesicht für dessen Volk –, an Ihre aufgestellten Maßregeln halten?

 

Tatsache aber bleibt indes: Einzig der wahre Hirte kümmert sich um jedes einzelne Schaf, Sie indes zerstreuen und lassen die Alten im Stich – sodass diese an ihrem Lebensabend weder ein gesundes noch ausreichend Pflegepersonal an ihrer Seite vorfinden, um würdevoll ihren letzten Weg beschreiten zu können …

 

„Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen …

Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Ich bin der gute Hirt.

Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.

Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie.

Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,
wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.“

(Joh 10,7ff)

 

Kurzum, Herr Ministerpräsident, vergessen Sie das Wort des Herrn aus Matthäus 12,30 nicht:

 

„Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“

 

Wollen Sie das? Ich denke nicht, nicht wahr?